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Technical 23. September 2026

Kugelhahn: OEM, ODM oder Private Label?

Nahaufnahme des gegossenen Kennzeichnungsspiegels am Gehäuse eines Edelstahl-Kugelhahns, der erhabenen Fläche für Herstellerkennung, Werkstoffgüte und Schmelzennummer

Das Wichtigste

OEM, ODM und Private Label unterscheiden sich darin, wem Konstruktion und Werkzeug gehören. Die Armatur selbst kann in allen drei Fällen identisch sein. Bei OEM gehört Ihnen die Zeichnung, und das Werk fertigt danach. Bei ODM gehört die Konstruktion dem Werk, das Sitz, Anschluss oder Kennzeichnung an Ihren Einsatzfall anpasst. Bei Private Label liefert das Werk ein Katalogprodukt mit Ihrer Marke, Ihrer Verpackung und Ihrer Dokumentation. Zwei Punkte betreffen alle drei Modelle. Soll die Kennzeichnung am Gehäuse MSS SP-25 entsprechen, gehören Name, Marke oder Zeichen des Herstellers darauf, und wie Ihre Marke daneben Platz findet, klärt der Normtext. Eine Zulassung Dritter gehört dem Unternehmen, das sie beantragt hat. Wer unter eigenem Namen verkaufen will, geht über das Mehrfachlistungsverfahren der Zertifizierungsstelle, und das Multiple Listing von UL gilt nur für Produkte, die mit dem zugelassenen identisch sind.

Dasselbe Wort, zwei Blickrichtungen

Fragen Sie ein Armaturenwerk nach seinen OEM-Kunden, nennt es die Marken, für die es fertigt. Fragen Sie eine Marke nach ihrem OEM-Lieferanten, nennt sie das Werk. Beide verwenden den Begriff korrekt und beschreiben die zwei Enden derselben Beziehung. Steht in einer Anfrage nur „OEM-Kugelhahn“, weiß das Werk deshalb noch nicht, was Sie brauchen.

Mit Private Label und White Label ist es ähnlich. Manche Anbieter setzen die Begriffe gleich, andere trennen sie bewusst. Eine verbindliche Definition gibt es für keinen von beiden.

Weiter helfen zwei Fragen: Wem gehört die Konstruktion? Wem gehört das Werkzeug? Beide lassen sich eindeutig beantworten, und beide Antworten lassen sich in einen Vertrag schreiben.

Wem Konstruktion, Werkzeug, Zulassung und Kennzeichnung im jeweiligen Beschaffungsmodell gehören Drei Spalten, eine je Modell. Private Label: Konstruktion und Werkzeug gehören dem Werk, die Zulassung hält das Werk, für den Verkauf unter Ihrer Marke ist eine Mehrfachlistung nötig; der Kennzeichnungsspiegel trägt bereits die Kennzeichnung des Werks, die Marke wird separat aufgebracht. ODM: die Konstruktion gehört dem Werk, das Werkzeug ebenfalls, zuzüglich neu hinzugekommener Teile; ob das geänderte Produkt noch unter die Zulassung fällt, entscheidet die Zertifizierungsstelle; die Marke wird separat aufgebracht oder über eine Werkzeugänderung eingegossen. OEM: die Konstruktion gehört Ihnen, das Werkzeug dem, der es bezahlt, die Zulassung dem Antragsteller; die Kennzeichnung lässt sich beim Modellbau mit einplanen. Wem gehört was Konstruktion Werkzeug Zulassung Kennzeichnung Bei Wechsel Private Label Katalogprodukt des Werks Des Werks, schon vorhanden Beim Werk, Mehrfachlistung Spiegel belegt, Marke extra Sie nehmen nichts mit ODM Des Werks, angepasst Des Werks, plus Neues Änderung: Stelle entscheidet Separat oder eingegossen Anpassungen können bleiben OEM Ihre Gehört dem, der zahlt Wer beantragt, hält sie Beim Modellbau mitgeplant Zeichnung ja, Werkzeug offen
Die Zeile Kennzeichnung meint den Platz am Gussstück. Auf dem Kennzeichnungsspiegel eines vorhandenen Gehäuses steht bereits die Kennzeichnung des Werks. Nur wenn ein neues Modell entsteht, kann die Marke gleich mit in den Guss eingeplant werden.

Was sich in welchem Modell ändern lässt

Private LabelODMOEM
Was Sie ändern könnenMarke, Verpackung, DokumentationSitzwerkstoff, Anschluss, Hebel, Kennzeichnung, teils der DurchgangAlles, was die Zeichnung festlegt
Neues Werkzeug nötigNeinNur wenn sich die Gussform ändertWenn das Gehäuse nicht schon existiert
Mindestmenge hängt ab vonUmstellung von Verpackung und EtikettierungRüsten der Bearbeitung, teils einer SchmelzeSchmelzcharge und Umlage der Werkzeugkosten
Lieferzeit hängt ab vonBestand und EtikettierungBearbeitungsprogramm, Anlieferung des SitzwerkstoffsWerkzeugbau, danach der erste Abguss
Was Sie dem Werk gebenDruckdaten und EtikettenspezifikationDie EinsatzbedingungenGelenkte Zeichnung mit Revisionsstand
Wer über Konstruktionsänderungen entscheidetDas WerkDas Werk; Mitteilung nur, wenn vertraglich vereinbartSie
ExklusivitätGesondert zu verhandelnFür die Anpassungen verhandelbarDie Zeichnung gehört Ihnen

Die Zeile zu Konstruktionsänderungen wird leicht überlesen. Bei Private Label und ODM arbeiten Sie mit der Konstruktion des Werks. Das Werk kann den Prozess umstellen oder den Sitzlieferanten wechseln und muss Sie ohne vertragliche Regelung nicht informieren. Für ein Katalogprodukt ist das nachvollziehbar, denn das Werk kann die Konstruktion nicht für jeden Private-Label-Kunden einfrieren. Ist Ihr Produkt jedoch zugelassen oder hat Ihr Kunde die Teilenummer freigegeben, gehört eine Pflicht zur Änderungsmitteilung in den Vertrag.

Welche Änderung welche Ebene berührt

Hier trennen sich Kosten und Lieferzeit. Es kommt darauf an, wo eine Änderung ansetzt: an der Kennzeichnung, in der Stückliste, in der Bearbeitung oder am Gussstück.

ÄnderungWas betroffen istModell
Marke (Lasergravur, Anhängeschild, Aufdruck auf dem Hebel)Weder Werkzeug noch BearbeitungsprogrammPrivate Label
Sitz- oder DichtungswerkstoffEine Zeile in der Stückliste; ist die Güte im Werk neu, zusätzlich eine LieferantenfreigabeODM
Gewindeform (etwa BSPT statt NPT)Bearbeitungsprogramm und Gewindelehren, das Gussstück bleibt gleichODM
DurchgangBearbeitung und Vorrichtungen, unter Umständen auch Kugel und SitzODM
Marke im Gehäuse eingegossenDas Werkzeug muss geändert werdenODM oder OEM
GehäuseformNeues Werkzeug, neues Anschnitt- und Speisersystem, erneute ErstmusterprüfungOEM

Die letzte Zeile ist die Grenze. Sobald sich die Gehäuseform ändert, ist das Projekt ein OEM-Projekt, und den Terminplan bestimmt von da an der Werkzeugbau. Was die Werkzeug-Lieferzeit beeinflusst, beeinflusst auch die Mindestmenge, dazu mehr in warum ein OEM-Kugelhahn eine Mindestbestellmenge trägt. Warum auch eine eingegossene Marke eine Werkzeugänderung bedeutet und wem das geänderte Werkzeug danach gehört, steht in Wem gehört das Werkzeug in einem Private-Label-Armaturenprogramm?

Die Kennzeichnung am Gehäuse

Verlangt der Auftrag oder die Produktnorm eine Kennzeichnung nach ANSI/MSS SP-25, gehören Name, Marke oder Zeichen des Herstellers auf das Gehäuse, es sei denn, Größe oder Form lassen das nicht zu. Hinzu kommen Werkstoff, Druckstufe, Nennweite und bei Bedarf die Gewindekennzeichnung. Eine Schmelznummer ist nur anzugeben, wenn die Produkt- oder Werkstoffspezifikation sie fordert. Kleine Armaturen mit Gewindeanschluss können deshalb ohne sie auskommen.

Für ein Private-Label-Programm lautet die eigentliche Frage, ob Ihre eigene Marke hier zählt. Die Ausgabe 2018 von SP-25 hat die Hinweise zur Kennzeichnung mit Namen, Marken, Logos und Zeichen überarbeitet, und dieser Abschnitt steht nur im Normtext. Lesen Sie dafür die Klausel in der Ausgabe, die Ihr Auftrag nennt, und verlassen Sie sich nicht auf Zusammenfassungen, auch nicht auf diese.

Dann ist da die Platzfrage. Der Kennzeichnungsspiegel am Gussstück wird beim Modellbau angelegt, in einem OEM-Projekt lässt sich die Marke dabei gleich mit einplanen. Private Label und ODM arbeiten mit vorhandenen Gehäusen, deren Spiegel bereits die Kennzeichnung des Werks trägt. Ohne Werkzeugänderung bleiben für die Marke Lasergravur, Anhängeschild oder Hebel.

Die Zulassung gehört dem Antragsteller

Zulassungen Dritter wie UL oder CSA gehören dem Unternehmen, das sie beantragt hat, und gelten für ein bestimmtes Produkt aus einer bestimmten Fertigungsstätte. Bekommt die Ware eine andere Marke, geht die Zulassung nicht mit.

Die Zertifizierungsstellen haben für diesen Fall eigene Verfahren. Bei UL heißt es Multiple Listing. Ein bereits zugelassenes Produkt eines Unternehmens wird unter der Marke eines anderen verkauft, das damit zum Multiple Listee wird. Es erhält eine eigene Akte und erscheint im Online-Verzeichnis von UL, ohne dass dort ein Bezug zum ursprünglichen Antragsteller zu sehen ist. Intertek sieht für ETL ebenfalls eine Multiple-Listee-Vereinbarung vor. Bezeichnungen und Bedingungen unterscheiden sich je nach Stelle.

Zwei Punkte sind zu beachten. Erstens müssen beide Parteien den Antrag stellen, „Private Label“ auf der Bestellung reicht dafür nicht aus. Zweitens deckt das Multiple Listing von UL nur Produkte ab, die mit dem zugelassenen identisch sind. Ob ein ODM-Produkt mit anderem Sitzwerkstoff oder anderem Anschluss noch als identisch gilt, entscheidet die Zertifizierungsstelle. Werk und Käufer können das nicht unter sich ausmachen.

Klären Sie das vor der Bestellung. Was ein Zertifikat tatsächlich abdeckt und wie sich das prüfen lässt, beschreibt Was belegt das Zertifikat eines Armaturenherstellers tatsächlich?

Für Werkstoffnachweise gilt dasselbe. Ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204 stellt der Hersteller aus, bestätigt von seinem bevollmächtigten, von der Fertigungsabteilung unabhängigen Abnahmebeauftragten. Auf dem Zeugnis steht der Name des Herstellers. Bei Private Label lässt sich die Verpackung austauschen, dieses Dokument gehört nicht dazu.

Was Sie der Anfrage beilegen

ModellWas das Werk von Ihnen braucht
Private LabelKatalognummer, Druckdaten als Vektordatei, Etiketten- und Kartonspezifikation, Position der Kennzeichnung, Sprache der Dokumente
ODMEinsatzbedingungen: Medium, Druck, Temperatur, Schalthäufigkeit, Anschluss, benötigte Zulassungen, Zielmarkt
OEMGelenkte Zeichnung mit Revisionsstand, Werkstoffspezifikation, Abnahmeprüfnorm mit Ausgabe, Kennzeichnungslayout, Eigentum am Werkzeug

Die ODM-Zeile spart die meiste Zeit und wird am leichtesten weggelassen. Liegt der Anfrage nur die Teilenummer eines Wettbewerbers bei, muss das Werk die Einsatzbedingungen zurückrechnen, und das Angebot kommt mit einer Reihe von Annahmen zurück. Nennen Sie Medium, Druck, Temperatur und Schalthäufigkeit direkt, dann kann ein Werk mit einer passenden Plattform sie sofort zuordnen.

Reale Projekte liegen zwischen zwei Modellen

Um Eigentum zu beschreiben, taugen die drei Begriffe gut. Für ein laufendes Projekt sind sie ungenau.

Ein Beispiel: Gehäuse und Kugel sind Katalogteile, Konstruktion und Werkzeug gehören also dem Werk. Den Sitzwerkstoff gibt der Käufer für seinen Einsatzfall vor. Die Anschlüsse werden auf die Gewindeform bearbeitet, die der Käufer verlangt. Kennzeichnung, Verpackung und Dokumentation gehören dem Käufer. Kaufmännisch heißt das Private Label, nach den Eigentumsverhältnissen ist es ODM. Spürbar wird der Unterschied, wenn das Werk das Gehäuse ändern will und sich zeigt, ob der Käufer mitreden darf.

Projekte wandern auch. Erst wird der Markt mit Private Label getestet. Mit wachsender Menge gibt der Käufer Sitze und eine eigene Bearbeitung vor, und irgendwann lohnt sich ein eigenes Gehäuse. Alle drei Positionen sind durchlaufen, der Projektname ist derselbe geblieben.

Werden Werkzeugeigentum und Exklusivität erst beim letzten Übergang verhandelt, steht die Typennummer schon in der Preisliste des Käufers, und sein Spielraum ist am kleinsten. Halten Sie deshalb bei jedem Phasenwechsel vier Dinge schriftlich fest: welche Teile aus dem Katalog kommen, welche vorgegeben sind, wer neues Werkzeug bezahlt und ob Änderungen mitzuteilen sind.

Fünf Fragen vor der Anfrage

  1. Haben Sie eine Zeichnung, die Sie selbst lenken, oder eine Anforderung? Eine Zeichnung spricht für OEM, eine Anforderung für ODM.
  2. Muss sich die Gehäuseform ändern? Erfüllt ein vorhandenes Gehäuse den Einsatzfall, ist es kein OEM-Projekt, gleich was auf der Bestellung steht.
  3. Wer bezahlt das Werkzeug, und wem gehört es danach? Das wird schriftlich geregelt, bevor das Werkzeug gebaut wird.
  4. Welche Zulassungen verlangt der Zielmarkt, und wer hält sie? Hält sie das Werk, beginnen Sie jetzt mit der Mehrfachlistung.
  5. Wollen Sie erfahren, wenn das Werk etwas ändert? Dann gehört es in den Vertrag.

Was auch das richtige Modell nicht regelt

Häufige Fragen

Darf am Gehäuse nur meine Marke stehen?
Das hängt davon ab, ob die Armatur ANSI/MSS SP-25 entsprechen muss. SP-25 verlangt Name, Marke oder Zeichen des Herstellers, sofern Größe oder Form das zulassen. Ob Ihre Marke diese Anforderung erfüllt, dazu hat die Ausgabe 2018 die Hinweise überarbeitet. Lesen Sie die Klausel in der Ausgabe, die Ihr Auftrag nennt.
Deckt die UL-Zulassung des Werks auch die Armatur unter meiner Marke ab?
Nicht automatisch. Über das Multiple Listing von UL kann ein identisches, bereits zugelassenes Produkt unter Ihrer Marke gelistet werden, beantragt von beiden Unternehmen. Wurde das Produkt geändert, entscheidet UL, ob es noch als identisch gilt.
Ist ODM einfach ein günstigeres OEM?
Es ist eine andere Eigentumsregelung. Die Konstruktion bleibt beim Werk. Sie sparen Werkzeugkosten und Werkzeugbauzeit und nehmen dafür in Kauf, dass sich die Konstruktion ändern kann und die Plattform nicht Ihnen allein gehört.
Worin unterscheiden sich Private Label und White Label?
Eine verbindliche Definition gibt es nicht, und Anbieter verwenden die Begriffe unterschiedlich. Statt über Bezeichnungen zu diskutieren, legen Sie im Auftrag fest, welches Katalogprodukt geliefert wird, welche Kennzeichnung es erhält und ob Exklusivität gilt.
Wenn ich das Werkzeug bezahle, kann ich es in ein anderes Werk verlagern?
Bezahlen und Verlagern sind zwei getrennte Vereinbarungen, und die zweite geht in der ersten leicht unter. Die möglichen Regelungen und die Lücken, die jede offen lässt, stellt Wem gehört das Werkzeug in einem Private-Label-Armaturenprogramm? zusammen.

Herausgegeben von LINS Valve Industrial Co., Ltd., Taichung, Taiwan. Zuletzt aktualisiert: 2026-09-23

Referenzierte Normen: ANSI/MSS SP-25 (Kennzeichnungssystem für Armaturen, Fittings, Flansche und Verschraubungen, Ausgabe 2018), EN 10204 (Arten von Prüfbescheinigungen) sowie die Leistungsbeschreibung UL Multiple Listing Service.

Die Kennzeichnungsanforderungen sind ANSI/MSS SP-25 in der Fassung der Manufacturers Standardization Society entnommen. Die Verfahren der Zertifizierungsstellen unterscheiden sich; der hier beschriebene Weg der Mehrfachlistung folgt der veröffentlichten Leistungsbeschreibung und den Bedingungen von UL. Bestätigen Sie das entsprechende Verfahren bei der Stelle, deren Zulassung Sie nutzen wollen. Private Label und White Label sind in keiner der hier zitierten Normen definiert und werden von Anbietern uneinheitlich verwendet.